Fokusthema Oktober 2022Im Schulterschluss mit der Natur für eine nachhaltige Zukunft

30. September 2022

Extremwetterereignisse wie Hitze, Trockenheit und Starkregen werden immer häufiger. Zuletzt wurde dies in Europa deutlich durch den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Jahr 2022 gab es eine intensive Serie von Hitzewellen, gefolgt von einer extremen Trockenheit quer durch Europa. Wetterereignissen dieser Art muss daher zunehmend mehr Beachtung geschenkt werden - sowohl im Hinblick auf die Bekämpfung des fortschreitenden Klimawandels, aber auch auf die nicht vermeidbare Anpassung an das schon veränderte und sich weiter verändernde Klima.

Eine vielversprechende Möglichkeit diesen Herausforderungen zu begegnen sind naturbasierte Lösungen (engl. nature-based solutions). Naturbasierte Lösungen, sind wie es der Name vermuten lässt, von der Natur inspiriert und werden von dieser unterstützt. Sie können unterschiedlichste Formen annehmen: Schaffung von Grünraum an Gebäuden (begrünte Fassaden, grüne Dächer) und Blauraum (Algenwälder in Gewässern mit reinigender und CO₂ -speichernder Wirkung) bis zur Umsetzung des Schwammstadtkonzepts zum Beispiel durch grüne Korridore in Städten, deren Boden größtenteils versiegelt ist. (https://cordis.europa.eu/article/id/421771-nbs-benefits-and-opportunities-wild-et-al-2020/de)

Naturbasierte Lösungen werden größtenteils zur Bekämpfung des Klimawandels bis zur Anpassung an diesen eingesetzt. Ihre Anwendungsbereiche sind allerdings noch sehr viel breiter und ihr Einsatz zur Linderung der Folgen von Extremwetterereignissen ist nur eine von vielen Einsatzmöglichkeiten. Sie werden zum Beispiel auch zur Erhaltung der Biodiversität eingesetzt oder stabilisieren fragile Ökosysteme. Dabei sind sie kosteneffizient und bieten ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile. Neben diesen Vorteilen gibt es noch weitere weiche Faktoren, wie die Steigerung des Wohlbefindens der Menschen, zum Beispiel durch mehr Grünraum, die das Mikroklima der Stadt positiv beeinflussen und so auch zur Steigerung der Luftqualität in Städten beitragen können.

Das Steinbeis Europa Zentrum ist aktuell in zwei EU-Projekten zu naturbasierten Lösungen aktiv. In beiden Projekten geht es darum, eine breite Anwendung erfolgreicher innovativer naturbasierter Lösungen zu ermöglichen.

Projekt Invest4Nature

Dass naturbasierte Lösungen die oben beschriebenen Vorteile generell beinhalten, ist bereits bekannt. Allerdings sind diese Vorteile noch nicht vollständig erfassbar oder messbar. Daher ist es für Politik, Verwaltung und Wirtschaft schwierig, Investitionen in naturbasierte Lösungen zu tätigen.  Dies soll das neue Projekt Invest4Nature ändern; die Vorteile sollen mit belegbaren Zahlen, Bewertungen und Renditen verknüpft werden, und es soll aufzeigt werden, inwiefern sich Investitionen in naturbasierte Lösungen rentieren. Das Steinbeis Europa Zentrum ist in diesem vierjährigen Projekt als Projektpartner sowie administrativer und finanzieller Koordinator, neben dem technischen Koordinator JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH involviert. Es verantwortet das administrative und finanzielle Projektmanagement; die Verbreitung und Kommunikation von Projektergebnissen sowie die Verwertung der Projektergebnisse.

Projekt NetworkNature

Die Aufgabe, naturbasierte Lösungen weiter zu verbreiten und deren Wirkung zu maximieren, hat sich auch das Projekt NetworkNature gesetzt. Unter anderem sammeln die Projektpartner Best Practices aus anderen EU-Projekten, stellen Verbindungen innerhalb der Community sowie zu wichtigen Stakeholdern her und formulieren Politikempfehlungen. Das Steinbeis Europa Zentrum übernimmt im Projekt die Aufgabe, den Weg für einen gut funktionierenden Markt zu ebnen. Es unterstützt den Zugang europäischer KMU zu diesem Markt und leitet eine Arbeitsgruppe zum Thema Governance, Geschäftsmodelle und Finanzmechanismen. Gleichzeitig fungiert es als Enterprise Europe Network Partner als Netzwerker und bringt dadurch zum Beispiel Unternehmen und Investoren miteinander in Kontakt. Die Zusammenarbeit ist so erfolgreich, dass das Projektkonsortium von NetworkNature auch die Ausschreibung für das Nachfolgeprojekt gewinnen konnte. Im Jahr 2023 startet NetworkNaturePlus und knüpft direkt an die Erfolge des aktuellen Projekts an.

Haben Sie Interesse an einer Förderung für Ihr innovatives Vorhaben rund um naturbasierte Lösungen? Kontaktieren Sie uns!

Europäische Fördermöglichkeiten

Die Möglichkeiten der EU-Förderung für Vorhaben rund um naturbasierte Lösungen sind vielfältig. Den Kern bildet das große Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe. Weitere Fördermöglichkeiten finden sich in den sogenannten Missionen zum Thema Klimawandel und Klimaneutralität in Städten innerhalb von Horizon Europe sowie im Programm LIFE, welches die Umsetzung von Umwelt-, Natur- und Klimaschutzprojekten fördert.

Aktuell gibt es keine Aufrufe mit einer Deadline in den nächsten Monaten. Allerdings wird zeitnah das Arbeitsprogramm der Horizon Europe Missions für die Jahre 2023-2024 veröffentlicht. In den beiden Missions „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030” und “Adaptation to Climate Change” werden Förderaufrufe zum Thema naturbasierte Lösungen erwartet. Sie finden die Aufrufe zeitnah nach ihrer Veröffentlichung auf unserer Website.

Steinbeis Europa Zentrum unterstützt Antragstellung

Möchten Sie Ihre Projekte im Bereich naturbasierte Lösungen voranbringen? Kontaktieren Sie uns gerne für ein persönliches Gespräch oder schauen Sie in unser Leistungsangebot. Das Steinbeis Europa Zentrum begleitet Sie bei der Suche nach dem passenden Förderprogramm und der Antragstellung. Wir prüfen Ihre Idee auf Förderfähigkeit, konzipieren, formulieren und managen Ihre Innovationsprojekte. Wir suchen nach geeigneten internationalen Partnern und sorgen für einen wirkungsvollen Transfer in den Markt. Gemeinsam führen wir Ihr Projekt zum Erfolg.

Interessante Events:

Mehr erfahren im Interview mit Matthieu Grosjean

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Elke Weidenfelder
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