Verwertung von Braunalgen für neue biobasierte Wertschöpfungsketten (PROTEUS)

Braunalgen, insbesondere L. hyperborea, stellen in Europa eine weitgehend ungenutzte erneuerbare Ressource dar, die in großen Mengen an den Küsten Norwegens (etwa 60 % der weltweiten Biomasse), Schwedens, Dänemarks, Irlands, Islands und Frankreichs vorkommt. Sie  enthalten Alginat, Zellulose, funktionelle Polysaccharide wie Fucoidan und Laminarin, Phlorotannine (Polyphenole) sowie Proteine, Vitamine und Mineralien - alles Bestandteile, die in Europas biobasierten Wertschöpfungsketten gefragt sind. Die derzeitigen Erntetechniken, insbesondere der weit verbreitete Einsatz von Formaldehyd, schränken jedoch das enorme Valorisierungspotenzial dieses vielversprechenden erneuerbaren Rohstoffs ein.

Sobald der braune Seetang der Luft ausgesetzt wird, beginnen chemische und enzymatische Reaktionen schnell, die Ernte zu verrotten. Derzeit wird dies durch die Behandlung von braunem Seetang mit Formaldehyd während und nach der Ernte gemildert. Formaldehyd ist allerdings giftig und verursacht eine unerwünschte Bräunung, so dass es vor der Weiterverarbeitung durch teures, energie- und wasserintensives Waschen entfernt werden muss. Dies macht die Verwertung unwirtschaftlich. 85 % der verbleibenden Biomasse des braunen Seetangs werden ungenutzt ins Meer zurückgespült.

Die neun Partner aus sechs Ländern des EU-Projekts PROTEUS stellen sich der Herausforderung einer maximalen Verwertung der europäischen L. hyperborea-Biomasse durch die Optimierung der formaldehydfreien Ernte- und Extraktionstechnologien und -verfahren. Dies wird es ermöglichen, Europas beträchtliche L. hyperborea-Ressourcen in großem Maßstab zu verwerten und 100 % der Biomasse in Inhaltsstoffe umzuwandeln. Das Konsortium testet und validiert dies am Beispiel von ESSITY (Körperpflegemittel), OLMIX (Futtermittel), VAESS (Lebensmittel) und BORREGAARD (industrielle Anwendungen) als Ersatz für synthetische Materialien in nachhaltigen biobasierten Produktlinien.

Das Steinbeis Europa Zentrum ist als Projektpartner für die Verbreitung und Kommunikation der Projektaktivitäten verantwortlich.

Weitere Informationen:

  • Projektname Akronym: kelP side stReam valOrisaTion to dEvelop new biobased valUe chainS
  • Förderung: Europäische Kommission, Circular Bio-based Europe Joint Undertaking
  • Förderbudget für alle Partner: 9,6 Mio. EUR
  • Beteiligte Länder: Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Schweden
  • Laufzeit: 05/2024-04/2026

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Schlagworte: Aquakultur, Fischerei, Braunalgen, Ressourceneffizienz, Biobasierte Produkte und Materialien, Biokraftstoffe, neuartige biobasierte und -abgeleitete Materialien, erneuerbare Rohstoffe, Laminaria hyperbore

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Dr. Sandrine Doretto
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