InterviewKreativwirtschaft und Stadtentwicklung im Donauraum fördern

27. Oktober 2021

Mit INTERREG- Projekt RESTART_4Danube setzt sich das Steinbeis Europa Zentrum und seine 24 Partner aus dem Donauraum für eine verstärkte transnationale Zusammenarbeit ein. Das Augenmerk fällt dabei insbesondere auf die Förderung der Kreativwirtschaft zur Stadtentwicklung im Donauraum mittels der Verbesserung von politischen Rahmenbedingungen und der Entwicklung eines transnationalen Netzwerks der Kreativwirtschaft. Unsere Kollegin und Projektleiterin Dr. Clémentine Roth erläutert uns im Interview, welche Ziele das Projekt verfolgt und wie diese durch die einzigartige Partnerschaft im Projekt erreicht werden können.

Was sind die Hintergründe und Ziele des Projekts RESTART_4Danube?

In der Donauregion stehen Städte vor der Herausforderung, eine Kultur zu schaffen, die relevante Synergien zwischen öffentlichen und privaten Akteuren fördert. Solche Synergien sind wichtig, um kreative Unternehmen zu stärken und dadurch die Entwicklung städtischer Gemeinschaften zu unterstützen.

Das Projekt RESTART_4Danube stellt sich diesen Herausforderungen und möchte Rahmenbedingungen und politische Instrumente in der Donauregion verbessern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem die regionalen und lokalen Smart Specialization Strategien (S3) für ein neues Modell der Stadtentwicklung unterstützt werden, das die Kultur und ihre Kreativindustrien einbezieht.

Wie geht das Projektteam konkret vor?

Wir befinden uns gerade in der Mitte der Implementierungsphase. Das Konsortium hat schon erste Ergebnisse hervorgebracht und ist weiter sehr aktiv. Für die Erreichung der Projektziele sind ein paar Outputs geplant, an denen die Partner schon arbeiten.

Als Teil der Pilotaktion werden fünf lokale Aktionspläne (LAPs) implementiert, die zu einer nachhaltigen urbanen Entwicklung beitragen sollen. Die LAPs sollen die transnationale und institutionelle Kooperation verbessern und Kenntnisse ausbauen, indem sie jeweils in einer Stadt mittlerer Größe in fünf Partnerländern die Verbesserung der kreativen städtischen Landschaft unterstützen.

Außerdem bauen die Projektpartner gerade fünf sog. „Creative Urban Service Hubs“ – also urbane Kreativzentren – zu einem Netzwerk aus. Diese Zentren sollen in den Regionen, in denen die LAPs umgesetzt werden, die lokalen Akteure der Kreativwirtschaft zusammenbringen und ihnen ermöglichen, sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten. Als Netzwerk werden die RESTART_4Danube Partner dann versuchen, sich mit anderen internationalen Netzwerken in Verbindung zu setzen, um der Kreativwirtschaft einen größeren Markt an Möglichkeiten sowohl im nationalen als auch im internationalen Umfeld des Donauraums zu eröffnen.

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Wir vom SEZ beschäftigen uns im Moment mit der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie, die den kreativen und innovativen urbanen Ausbau fördert. Dabei stützen wir uns u.a. auf regionale Analysen, die die Partner innerhalb des Projekts durchgeführt haben. Die Strategie richtet sich primär an öffentliche Einrichtungen und Hochschulen und Universitäten als treibende Kraft und als Verbindungsstelle zwischen politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen.

Wie sehen die LAPs genauer aus?

Alle LAPs haben das gemeinsame Ziel, die physische und wirtschaftliche Transformation von Städten zu unterstützen, und konzentrieren sich dabei auf Infrastruktur und Erneuerung von Gebäuden und Räumen. Das Innovative steckt schon in der Organisation der Local Action Plans: jeder LAP wird von einem Tandem bestehend aus einer Gemeinde und einem lokalen Partner geplant, entwickelt und umgesetzt.

Dabei ist die konkrete Umsetzung auch im Donauraum vielfältig: In Craiova (Rumänien) wollen wir zum Beispiel neue Räume für Experimente, Innovationen und für Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen. Rijeka (Kroatien) legt einen Fokus auf eine nachhaltige Erneuerung von Industriegebäuden, während in Maribor (Slowenien) eine transitorientierte Entwicklung angestrebt wird. Sarvar (Ungarn) hat sich vor allem die Renovierung von historischen Gebäuden zum Ziel gesetzt und Vratsa (Bulgarien) eine grüne urbane Umgestaltung.

Was sind die Stärken des Projektkonsortiums für das Vorhaben des Projekts und des Programms?

Das Konsortium besteht aus Partnern mit verschiedenen Hintergründen (Verwaltung, Unternehmen, Wirtschaftsförderer, Hochschulen, Zivilgesellschaft) aus 11 Ländern des Donauraums und Estland. So bietet es eine große geografische und kulturelle Vielfalt und kann das Thema Stadtentwicklung aus unterschiedlichen Sichtpunkten angehen.

Außerdem sind 4 Partner aus dem Netzwerk der Donautransferzentren und 5 Enterprise-Europe-Network-Mitglieder Teil des Konsortiums, was die Zusammenarbeit zwischen KMU und Einrichtungen für Forschung und Entwicklung (F&E) auf lokaler und internationaler Ebene weiter begünstigt. RESTART_4Danube hat direkte Verbindungen zu verschiedenen Arbeitsgruppen der EU-Strategie für den Donauraum und gewährleistet somit eine enge Verbindung zur politischen Ebene.

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