EU-Projekt Capacity2TransformWas digitale, grüne und kreative Transformation Unternehmen wirklich bringt - Capacity2Transform liefert Konzept für die Umsetzung

14. August 2025

Wie gelingt unternehmerischer Erfolg in Zeiten von Klima, Technik & Wertewandel? Entdecke, wie digitale, grüne & kreative Transformation den Unterschied macht!

Autorinnen: Dr. Clémentine Roth und Katharina Riedmüller, Steinbeis Europa Zentrum

Die Zukunft beginnt heute - nicht erst morgen

Technologischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel verändern die Bedingungen für Unternehmen – auch in Baden-Württemberg. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen müssen sich an neue Kundenwünsche, Umweltanforderungen und Märkte anpassen. Heute genügt es nicht mehr, nur Schritt zu halten – Unternehmen müssen die Zukunft aktiv mitgestalten.

Als Antwort auf diese Herausforderungen wurde im Rahmen des EU-Projekts Capacity2Transform ein neues Konzept für die sogenannte ‚DGC-Transformation‘ entwickelt und getestet: DGC steht für Digitale, Grüne und Kreative Transformation. Es verbindet digitale Innovationen, nachhaltiges Wirtschaften und die oft unterschätzte Kraft von Kreativität. So entsteht eine solide Basis für zukunftsfähiges Handeln.

Das Steinbeis Europa Zentrum unterstützt als Projektpartner von Capacity2Transform die Ausarbeitung und Validierung innovativer Geschäftskonzepte im Rahmen der Pilotinitiativen, die Verbreitung von Empfehlungen zur Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen sowie die Mobilisierung von und Zusammenarbeit mit Stakeholdern in überregionalen Aktionsgruppen.

In Workshops, Peer-Exchange-Runden und Co-Creation-Formaten lernten kleine und mittlere Unternehmen aus der regionalen Tourismus- und Kreativwirtschaft, wie sie gemeinsam neue Wege gehen können – praxisnah, wirksam und direkt vor Ort in Baden-Württemberg. Die Workshops fanden zwischen Januar und März 2025 statt.

Das digitale, grüne und kreative Konzept

Digitale, grüne und kreative Transformation ist mehr als der Einsatz digitaler Tools oder ein grünes Label. Es geht um einen systemischen Wandel: Wie können Unternehmen gleichzeitig effizient, verantwortungsvoll und kreativ wirtschaften?

Gerade kleine und mittlere Unternehmen im Tourismus- und Kultursektor stehen dabei vor besonderen Herausforderungen: begrenzte Ressourcen, fehlende Kompetenzen und wenig Raum für Experimente. Hier braucht es gezielte Unterstützung – etwa durch Finanzierung, Qualifizierung und neue Formen der Zusammenarbeit.

Kulturelle und kreative Akteur:innen sowie Business Support Organisationen spielen dabei eine wichtige Vermittlerrolle : Sie bringen Know-how, Netzwerke und neue Denkweisen ein und helfen, technische und organisatorische Hürden zu überwinden. In solchen Partnerschaften – oft im Rahmen von Co-Creation – entstehen neue, nachhaltige Geschäftsmodelle. Sie vereinen digitale Technologien mit grünen Praktiken und kreativen Methoden – und machen so echte Transformation möglich.

Das Projekt Capacity2Transform zeigt, wie’s geht

Das EU-Projekt Capacity2Transform hat gezeigt, wie kleine und mittlere Unternehmen in der Tourismus- und Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg digitale, grüne und kreative Transformation aktiv angehen können – praxisnah, vor Ort und mit direkt umsetzbaren Methoden.

Peer Exchange: Nachhaltiger Tourismus im europäischen Vergleich

Im Februar 2025 tauschten sich rund 60 Fachleute aus 13 europäischen Ländern online zu nachhaltigem Tourismus aus – mit Fokus auf Weintourismus. Drei EU-geförderte Projekte, Capacity2Transform, RomansWineDanube, Green Vineyards und zwei Weingüter, Weingut Albrecht-Kiessling aus Heilbronn und Tokaj Macik Winery aus Mala Trna in der Slowakei, sowie eine Sustainable Tourism Designerin und unabhängige Beraterin aus Italien stellten innovative Ansätze vor. Themen waren unter anderem nachhaltige Zertifizierungen, regionale Wertschöpfung, Vermarktung sowie die Bedeutung lokaler Identität.

Praktische Impulse:

  • Gibt es bereits Nachhaltigkeitszertifikate, die für Sie interessant wären?
  • Welche Geschichte Ihrer Region erzählen Sie – und wie machen Sie dies erlebbar?
  • Welche Kulturakteur:innen oder Produzenten in Ihrer Umgebung könnten neue Impulse geben?

Workshop 1: Design Thinking praktisch anwenden

Im ersten Innovationsworkshop im Januar 2025 in Karlsruhe lernten die Teilnehmenden den Design-Thinking-Prozess kennen. Das Besondere: Theorie und Praxis griffen direkt ineinander. In interaktiven Übungen erprobten sie, wie man ein Problem klar und greifbar formuliert – bevor man nach Ideen sucht.

Praktische Impulse:

  • Welches konkrete Problem Ihrer Gäste wollen Sie lösen?
  • Haben Sie die Bedürfnisse der Zielgruppe schon erhoben – oder nur vermutet?

Workshop 2: Nutzerzentrierte Analyse mit digitalen Tools

Im zweiten Workshop im Februar arbeiteten die Teilnehmenden online mit Miro, um sich gemeinsam auszutauschen. Sie lernten, die Perspektive der Nutzer einzunehmen – ein zentraler Schritt, um sinnvolle und realistische Lösungen zu entwickeln. Dabei wurden drei zentrale Fragen systematisch bearbeitet:

  1. Wer ist beteiligt?

Erfassung der relevanten Gruppen – etwa Touristen, regionale Anbieter, Behörden – mithilfe sogenannter Akteurskarten, also einer grafischen Übersicht aller Beteiligten.

  1. Wer nutzt das Angebot?

Beschreibung typischer Gäste in Form von Personas – fiktiven Nutzerprofilen mit konkreten Bedürfnissen, Erwartungen und Herausforderungen.

  1. Wie verläuft die Erfahrung bisher?

Analyse des aktuellen Erlebnisses mithilfe einer Journey Map, einer grafischen Darstellung der Stationen, die ein Gast von der Planung bis zur Abreise durchläuft – inklusive möglicher Probleme.

Praktische Impulse:

  • Erstellen Sie eine einfache Persona der Gäste: Wer besucht Ihren Ort, warum – und was erwartet er oder sie?
  • Zeichnen Sie eine Gästereise Schritt für Schritt: Wo läuft es rund, wo gibt es Hürden?
  • Wer sind Ihre wichtigsten regionalen Partner – und wie können Sie enger zusammenarbeiten?

Workshop 3: Co-Creation in Karlsruhe – mit echten Projekten

Im Co-Creation-Workshop am 18.-19. März 2025 in Karlsruhe entwickelten Tourismus- und Kreativschaffende gemeinsam neue Lösungen – anhand realer Projekte:

Projekt 1: Coupino App

Die ursprüngliche Coupino App bot bisher Gutscheine und Rabattaktionen lokaler Partner an. Die Entwickler der App stammen aus der Region Freudenstadt. Im Workshop haben sie die App erweitert, um Familien mit kleinem Budget passende Freizeitangebote zu machen. Ziel ist es, gute Erlebnisse bezahlbar zu gestalten – und gleichzeitig lokale Anbieter zu stärken.

Hier geht’s zum Pitch: Capacity2Transform - video pitch | Germany

Projekt 2: Neues Eventkonzept für die Region Ortenau

Eine Projektgruppe entwickelte ein touristisches Event, das Wein, Geschichte und regionale Kulinarik kreativ verbindet. Dabei ging es nicht nur um Ideen, sondern auch um die Frage: Wie lässt sich daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln?

Hier geht’s zum Pitch: Capacity2Transform - video pitch | Germany Ortenau

Regelmäßig eingestreute „Wissens-Nuggets“ zu Methoden wie Design Thinking oder Business Model Canvas lieferten das nötige Handwerkszeug. Die Teilnehmenden arbeiteten in Teams, wechselten zwischen freier Ideenentwicklung und kritischer Bewertung – und lernten dabei, verschiedene Perspektiven einzunehmen: erst kreativ, dann realistisch, dann hinterfragend.

Praktische Impulse:

  • Testen Sie neue Ideen frühzeitig mit echten Nutzer:innen.
  • Entwickeln Sie Angebote nicht allein, sondern mit lokalen Partnern.
  • Nutzen Sie einfache Tools wie das Business Model Canvas, um Klarheit über Zielgruppe, Nutzen und Finanzierung zu gewinnen.

Die vorgestellten Workshops, Projektideen und Partnerformate stehen beispielhaft für die Umsetzung des digitalen, grünen und kreativen Konzeptes. Sie zeigen, wie sich kleine und mittlere Unternehmen aus Tourismus, Kultur und Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg konkret mit der digitalen, grünen und kreativen Transformation auseinandersetzen – nicht abstrakt, sondern mit greifbaren Methoden, wie Design Thinking oder Co-Creation. Dabei steht weniger die perfekte Idee im Fokus, als die Fähigkeit, echte Probleme zu erkennen, Perspektiven zu wechseln, Nutzerbedürfnisse zu verstehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Von der Praxis zur Strategie – was Unternehmen aus Capacity2Transform mitnehmen können

  1. Effizienz steigern – durch digitale und nachhaltige Werkzeuge
    Die Arbeit mit Tools wie dem Business Model Canvas oder digitalen Plattformen (z.  Miro) hat gezeigt: Schon einfache digitale Hilfsmittel helfen, Prozesse effizienter zu gestalten. In Kombination mit nachhaltigem Denken – etwa beim Einsatz lokaler Ressourcen oder energiesparender Technik – können so Kosten reduziert und Umweltauswirkungen verringert werden.
  2. Innovation ermöglichen – durch kreative Methoden und Perspektivwechsel

Ob Persona-Entwicklung, Akteurskarten oder Journey Mapping: Die Workshops machten deutlich, wie wichtig es ist, die eigene Zielgruppe wirklich zu kennen und zu verstehen. Kreative Formate und Rollenwechsel („Träumer“, „Realist“, „Kritiker“) eröffnen neue Denkansätze – nicht als Selbstzweck, sondern um Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich gebraucht werden und funktionieren.

  1. Haltung zeigen – und so Vertrauen aufbauen

Wer nicht nur über Nachhaltigkeit spricht, sondern sie auch im unternehmerischen Handeln sichtbar macht – z. B. durch inklusive Angebote, regionale Partnerschaften oder transparente Kommunikation – positioniert sich glaubwürdig am Markt. Kreativität hilft dabei, diese Haltung erfahrbar zu machen: durch starke Geschichten, einladendes Design und kulturelle Qualität.

Fazit - „Die Unternehmen von morgen sind nicht unbedingt die größten – sondern die, die bereit sind, neu zu denken.

Die DGC-Transformation ist mehr als ein Konzept – sie ist ein neuer Blick auf unternehmerisches Handeln. Sie erfordert Offenheit, Neugier und den Willen, Verantwortung zu übernehmen: für die Umwelt, für gesellschaftliche Entwicklungen und für die eigenen Kund:innen. Der Wandel gelingt nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel von Technologie, Nachhaltigkeit und Kreativität.

Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit: Kleine und mittlere Unternehmen, Kultur- und Kreativschaffende sowie Unterstützungsstrukturen wie Wirtschaftsförderungen oder Netzwerke ziehen gemeinsam an einem Strang. In offenen Formaten wie Co-Creation-Workshops oder Peer-Exchanges entstehen nicht nur Ideen, sondern tragfähige Lösungen – nah an den Bedürfnissen der Nutzer und direkt in der Praxis erprobt.

Wer sich auf diesen Weg macht, gewinnt mehr als nur Effizienz oder ein besseres Image. Er oder sie wird Teil eines Wandels, der Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zusammen denkt. Unternehmen, die heute beginnen, digital, nachhaltig und kreativ zu handeln, sichern sich nicht nur Zukunftsfähigkeit – sie gestalten sie aktiv mit.

Dieser Artikel basiert auf dem ursprünglichen Beitrag What does Digital and Green Transformation bring to business? von Media Factory . Im Rahmen des Capacity2Transform-Projekts übernimmt Media Factory eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Wissen und innovativen Ansätzen – insbesondere in den Kultur- und Kreativbranchen sowie bei Unternehmen im Bereich des nachhaltigen Tourismus.

Weitere Informationen zum Projekt Capacity2Transform finden Sie auf der Projektwebsite, der Website des Pilotprojekts in Baden-Württemberg oder auf LinkedIn.

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