EU-Projekt Invest4NatureDie Rolle von Gemeinschaften in naturbasierten Lösungen - Erkenntnisse aus fünf Living Labs des EU-Projekts Invest4Nature

3. November 2025
Bild: Invest4Nature

Erkenntnisse aus fünf Living Labs des EU-Projekts Invest4Nature

Welche Strategien gibt es, lokale Akteure einzubinden und eine Verbindung zu den Gemeinschaften bei der Planung und Umsetzung von NbS-Projekten herzustellen?

Die Invest4Nature Living Labs geben wertvolle Einblicke, wie die lokale Gemeinschaft eingebunden werden kann. Wichtig ist; die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger muss geplant, gezielt und frühzeitig im Projekt erfolgen.

Die Beispiele aus Dänemark, Norwegen, Polen, Portugal und Tirol spiegeln kulturelle, geografische und projektspezifische Unterschiede wider. Jedes Living Lab geht seinen eigenen Weg bei der Umsetzung von Nature based Solutions-Projekten.

Aarhus, Dänemark: Dialog auf Augenhöhe und maßgeschneiderte Einbindung

Die Stadt Aarhus führt zwei unterschiedliche Projekte durch: eine städtische Initiative zur Klimaanpassung und eine ländliche Maßnahme zur Förderung der Biodiversität. In Risvangen nahmen die Bewohner an Nachbarschaftsspaziergängen teil und arbeiteten mit lokalen Unternehmen zusammen, um Lösungen für das Regenwassermanagement zu entwickeln. Beim zweiten Projekt „300 Hektar neue Natur“ wurde ausschließlich auf persönliche Begegnungen gesetzt – kommunale Führungskräfte nutzten einen mobilen „Grünen Caravan“, um Vertrauen zu schaffen und Landbesitzer zu ermutigen, Flächen der Natur zurückzugeben. Aarhus legt großen Wert auf Transparenz, Zuhören und Dialog auf Augenhöhe – mit der festen Überzeugung, dass es kein Patentrezept gibt.

Cascais, Portugal: Mitgestaltung und inklusive Kommunikation

Cascais setzt auf inklusive, partizipative Methoden wie Mitgestaltungs-Workshops und gemeinschaftliche Kartierungen. Der AdaptCascais-Fonds fördert von Bürgern initiierte Klimaanpassungsprojekte und hat über 4.000 Teilnehmende in 17 Initiativen erreicht. Projekte wie „Unser Traum“ und „Hier gibt es keine Vögel“ verbinden Umweltziele mit Gemeinschaftsbildung. Cascais betont die Bedeutung klarer Kommunikation, visueller Erzählweisen und der Beteiligung unterrepräsentierter Gruppen, damit NbS-Maßnahmen sozial zusammenhaltend und nachhaltig wirken.

Poznań, Polen: Eingebettete Mitgestaltung und Bildung

Der Ansatz von Poznań basiert auf mehrphasiger Mitgestaltung und Cocreation, insbesondere bei den grünen Schulhofprojekten. Schüler, Lehrkräfte und Eltern arbeiten vom Entwurf bis zur Umsetzung mit Architekt:innen zusammen. Die Stadt integriert Umweltbildung und Sensibilisierung in alle Projektphasen, damit die Gemeinschaft die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile von NbS versteht. Der Erfolg von Poznań liegt in kontinuierlicher Beteiligung und Vertrauensbildung – nicht nur in punktuellen Konsultationen.

Norwegen: Blaue Wälder und Innovation im Ökotourismus

Das Living Lab in Norwegen, geleitet vom NIVA, konzentriert sich auf die Wiederherstellung von Algenwäldern und blauen Ökosystemen. Beteiligt wurden Fischer, KMU, Tourismusbetriebe und Finanzinstitute. Innovative Ansätze wurden erprobt, darunter die freiwillige Seeigelernte, Ökotourismus-Erlebnisse und Webinare zu Finanzierungsmechanismen. Norwegen integriert wirtschaftliche Anreize und die Validierung auf dem Kohlenstoffmarkt, um die Beteiligung der Gemeinschaft dauerhaft zu sichern. Das Modell verbindet Umweltrestauration mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit und macht NbS wirkungsvoll und skalierbar.

Tirol: Waldresilienz durch langfristige Beteiligung

Das Living Lab Tirol legt den Fokus auf nachhaltige Waldbewirtschaftung und Klimaresilienz. Nachdem es Schlammlawinen gabt, hat sich die Gemeinde mit Bürgern und Organisationen zusammengetan, um Schutzwälder wiederherzustellen. Zu den Maßnahmen gehören der Ersatz fossiler Brennstoffe durch heimisches Holz, die Einrichtung von Naturlehrpfaden und die Durchführung von Workshops für Schulen und Vereine. Der Waldaufseher spielt eine zentrale Rolle im kontinuierlichen Beteiligungsprozess und bezieht Akteure aktiv ein. Damit fördert er eine langfristige Waldpflege. Der Ansatz in Tirol ist tief in Bildung, Sensibilisierung und generationenübergreifender Beteiligung verankert.

Fazit

Obwohl jedes Living Lab in seinem eigenen Kontext arbeitet, zeigen sich gemeinsame Muster: Mitgestaltung, Transparenz, Bildung und Anpassungsfähigkeit. Von städtischen Grünflächen über Meeresökosysteme bis zu Bergwäldern demonstrieren diese Living Labs, dass eine wirkungsvolle Einbindung der Akteure nicht nur eine Strategie, sondern die Grundlage für erfolgreiche, widerstandsfähige und gemeinschaftsgetragene naturbasierte Lösungen ist.

Weiterlesen:

Engaging Communities in Nature-Based Solutions: Insights from the Living Labs - Invest4Nature

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